Schulstoff büffeln mit Snapchat, Instagram und WhatsApp? Das passt ja wie die Faust aufs Auge! Das dachte auch der 17-jährige Benjamin Hadrigan. Doch dann machte der Schüler aus Wien aus der Not eine Tugend und entwickelte aus dem ständigen Surfen auf den sozialen Netzwerken ein eigenes Lernkonzept.

„Lernen mit den sozialen Medien ist wie Radfahren. Wer es einmal kann, braucht es nicht wieder und wieder zu lernen. Irgendwann geht alles von selbst.“

 

Und wie genau funktioniert das?

Laut Benjamin Hadrigan haben Instagram, Snapchat und WhatsApp jeweils eigene Lernfunktionen. Nutzt man alle drei zusammen, haben sie den besten Effekt.

Karteikarten ade: Schon wieder den Karteikartenstapel mit den Franzwörtern zu Hause vergessen? Nicht so schlimm, denn das Handy ist ja immer dabei. Und damit auch Instagram. Diese App eignet sich gemäss Hadrigan gut, um den Lernstoff portionenweise aufzuteilen und allenfalls mit Bildern und Videos zu ergänzen. Der beschränkte Platz soll helfen, sich aufs Wesentliche reduzieren.

Für spielerisches Abfragen und Wiederholen des Lernstoffs bietet sich Snapchat an. Hier solle man sich Fragen ausdenken und sie den Lernpartnern per App zuschicken. So lässt sich einerseits überprüfen, wie lange der andere für die richtige Antwort braucht. Gleichzeitig lässt sich diese auch per Screenshot in eine Story umwandeln, wo man sie für 24 Stunden nochmals als Gedankenstütze aufrufen kann.

Wenn doch noch offene Fragen bleiben sollten, dann wird auf WhatsApp diskutiert. Hier empfiehlt der junge Autor, vor dem Chat mit anderen Schülerinnen und Schülern unbedingt ein konkretes Themengebiet zu vereinbaren. So vermeide man, vom eigentlichen Lernthema abzuschweifen.

Das Buch bietet anschaulich konkrete Beispiele und Anleitungen. Mit kurzen Fragebögen sollen die Leserinnen und Leser herausfinden, ob sie besser lernen, wenn sie die Inhalte hören, sehen oder darüber diskutieren. Zudem bietet er seiner Leserschaft über E-Mail Hilfe bei Fragen an.

Disziplin ist bei dieser Art digitalem Lernen bestimmt angesagt – poppen doch in diesen Kanälen auch immer wieder Meldungen auf, die vom Wesentlichen ablenken. Doch wer es sich zutraut, hat mit dieser Methode vielleicht einen Weg gefunden, lustvoll und spielerisch zu lernen.


Buchtipp

#Lernsieg: Erfolgreich lernen mit Snapchat, Instagram und WhatsApp
Benjamin Hadrigan, Verlag edition a, 2019