Homeoffice-Premiere nach über 37 Jahren im Berufsleben – wer sagt denn, das sei unmöglich? Für unseren Leiter Rechtsdienst, Daniel Tiboldi, ist es das jedenfalls nicht. Nach etwas mehr als zwei Wochen im heimischen Büro zieht er mit uns eine erste Zwischenbilanz. Und siehe da: Einer, für den Homeoffice ein Fremdwort war und der das Arbeiten im Büro stets vorzog – entdeckt ganz neue Seiten an sich. Aber lesen Sie selbst.

Wie hast du dich im Homeoffice eingelebt? Welches sind die grössten Unterschiede zum Office-Tag?

Ich lerne ganz neue Seiten von mir kennen. So arbeite ich zu Hause viel disziplinierter als im Büro. Die Versuchung, mit Kolleginnen und Kollegen so zwischendurch einen kurzen Schwatz abzuhalten oder mir ein Spässchen zu erlauben, entfällt. Bestimmt hat diese Konzentration auf die Arbeit auch mit der erheblich stärkeren Beanspruchung des Rechtdienstes, mit zusätzlichen Absprachen im Beratungsteam und der Geschäftsleitung sowie mit der Verarbeitung einer grösseren Informationsmenge zu tun.

 

Wie sieht dein Tagesablauf im Homeoffice aus?

Für meine Verhältnisse ist dieser total durchstrukturiert. Arbeitsbeginn Punkt 8.00, Pause 9.45 oder 10.00 – je nach terminierter Videokonferenz. Mittagessen zubereiten zwischen 11.50 und 12.20, Essen bis 12.50, während ca. 30 Minuten schnelles Ausschreiten – 3500 Schritte – an den grünblauen Fluss, diesem entlang, zwischen 13.30 und 13.50 Arbeitsaufnahme – Arbeitsende war in der ersten Woche Homeoffice selten vor 19.30 Uhr, mittlerweile bis 18.00 oder 18.30 Uhr. Dann einen Lauf in der Natur – Tagesziel sind meine 10’000 Schritte – auf einsamen Wegen, so dass die behördlichen Vorgaben erfüllt bleiben. Diese Bewegung ist für mein psychisches Wohlbefinden essentiell.

 

Dein schönstes/bestes Homeoffice-Erlebnis in dieser Krise?

Dass die Kolleginnen und Kollegen emotional so nah sind, obwohl räumlich ganz weit weg – das ist selbst bei einer Videokonferenz oder einer «virtuellen Kaffeepause» (siehe Bild) spürbar. Diese laufen übrigens viel gesitteter ab, als wenn wir uns im gleichen Raum versammeln. 🙂

 

Viele sagen, dass es für erfahrene Arbeitnehmende schwieriger ist, vom gewohnten Büroalltag ins Homeoffice zu wechseln. Was würdest du diesen Personen sagen?

Mit Veränderungen umzugehen, ist keine Frage des Alters sondern abhängig von der Einstellung, von gemachten Erfahrungen und der individuellen Persönlichkeit. In meiner Beratungsarbeit ist es wichtig, immer wieder neue Problemstellungen zu bearbeiten und dafür massgeschneiderte Lösungen zu finden. Das ist abwechslungsreich und spannend und fördert zugleich meine geistige Fitness. Zudem lasse ich mich auch gerne auf ungefährliche Experimente und Überraschungen ein. Wie du siehst, bin ich ein Optimist und das hilft in vielen Lebenslagen.

 

Die «Gretchen-Frage»: Kannst du dir vorstellen, auch nach dieser «erzwungenen» Homeoffice-Zeit ab und an im heimischen Büro zu arbeiten?

An kalten und dunklen Regentagen werde ich diese Möglichkeit sehr gerne nutzen. 😉

 


Fortsetzung folgt…

Ei­ni­ge un­se­rer Team­kol­le­gin­nen und -kol­le­gen be­rich­ten re­gel­mäs­sig über ihre Ho­me­of­fice-Er­fah­run­gen. Wie kommen Sie mit dem Homeoffice-Alltag zurecht? Berichten Sie uns im Kommentarfeld von Ihren Erlebnissen!