Morena Gulli, 20, arbeitet bei Maagtechnic in Dübendorf. Die angehende Kauffrau hat sich Anfang des Jahres mit ihrem Berufsbildner Daniel Hunziker virtuell zusammengesetzt und sich gefragt: Was hat sich im Corona-Jahr verändert? Ein Gespräch über Zukunftssorgen, positive Überraschungen und Jobaussichten.

Hallo Morena! Du, erinnere dich an den ersten Lockdown im April 2020: Was hat diese Situation rund um den Corona-Virus in dir ausgelöst?

Zum Glück wurden wir von den Lehrenden gut betreut. Sie konnten uns helfen zu verstehen, in welcher Situation wir sind und wie es weiter geht. Eher unerfreulich war, dass wir erst kurz vor den Abschlussprüfungen erfuhren, dass sie nicht stattfinden werden. Ansonsten habe ich mich nach
zwei Monaten Homeoffice und Homeschooling an die neue Situation gewöhnt.

Wie hat sich dein Leben mit den Einschränkungen verändert?

Ich konnte mich nicht mehr mit Freunden im Glattzentrum treffen und nicht mehr in der Stadt etwas trinken gehen. Oft wusste ich nicht, was mit meiner Zeit anzufangen. Da ich ein sehr geselliger Mensch bin, war ich oft niedergeschlagen und hatte Motivationsprobleme. Mit den Lockerungen im Sommer wurde es dann zum Glück viel besser.

Seither geht es mit den Beschränkungen auf und ab. Was vermisst du am meisten?

In die Stadt zu gehen, ohne vor Menschen und zu viel Nähe Angst zu haben. Frei zu sein, sich mit vielen Freunden treffen und das Gegenüber nicht mehr als potenzielle Gefahr zu sehen.

Deine Lehre geht auch während der Corona-Krise weiter, wenn auch unter anderen Bedingungen. Was ist für dich dabei die grösste Herausforderung?

Das Homeschooling. Sprachen gehen noch, aber im Fach Wirtschaft fiel und fällt es mir sehr schwer. Im Betrieb war nach den Sommerferien ein Grossteil des Teams in Kurzarbeit. Wir Lernenden jedoch nicht. Das war eine anstrengende Zeit. Die Kollegen waren schwer zu erreichen und auch der Austausch an der Kaffeemaschine hat mir sehr gefehlt.

Hast du auch positive Erfahrungen gemacht oder etwas Neues entdeckt?

Ich bin viel spazieren gegangen, was ich davor nicht so gemacht habe. Auch mit meiner Familie habe ich viel mehr Zeit verbracht als sonst. Zudem mache ich nun mein Workout zuhause statt im Fitness ‒ ich hätte nie gedacht, dass das funktioniert. Tut es aber. Und zwar gut!

Was sind deine nächsten Ziele?

Ich kann es nicht erwarten, bis wir wieder unser normales Leben zurück haben. Bis es soweit ist, will ich erst mal meine Abschlussprüfung bestehen ‒ und trotz Corona das Leben geniessen.


Wie erlebte Daniel Hunziker, Berufsbildner und Vocational Education Specialist, das vergangene Corona-Jahr. Lesen Sie hier seinen Rückblick.

«Wie geht es dir heute?» | Teil 1 – der Berufsbildner

Hier geht’s zu Teil 1


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